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Heilbronns attraktive gastronomische Erlebnislandschaft |
Die Profis In Heilbronn gehen Verein und Gastronomie gemeinsam neue Wege erschienen: Der Sport 18/96 Stellen Sie sich vor: Sie leben in einer menschenfreundlichen Großstadt... Direkt im Zentrum gibt es schöne Grünanlagen mit einem großen Biergarten unter alten Bäumen, mit großzügigen Sportanlagen und einem Stadion, in dem abwechselnd Sport- und Kulturveranstaltungen stattfinden. Für Familien mit Kindern, für Jugendliche wie für Senioren gibt es zahlreiche Begegnungs-und Bewegungsangebote. Mit einem Taxiboot können Sie auf dem nahegelegenen Fluß direkt in die City zum bummeln fahren, ganz ohne Parkstress. Sie müssen mit ihrer Familie nicht in einen weit entfernten und teuren Freizeitpark fahren, Sie bleiben einfach da und genießen das Leben in der Stadt. Utopie ? Nicht ganz.... In Heilbronn haben sich zwei kreative Querdenker gesucht und gefunden, die bereits einiges von diesem Traum verwirklicht haben und deren Köpfe vor neuen Ideen nur so überschäumen. Horst Eisele ist l.Vorsitzender des VFR Heilbronn, einem Verein der mit über 100 Jahren auf eine alte Tradition in der Geschichte der Stadt zurückblicken kann. Das riesige Vereinsgelände mit dem Frankenstadion, mit Zahlreichen von altem Baumbestand umsäumten Rasen- und Kunstrasenspielplätzen liegt inmitten der Stadt, idyllisch vom Neckar und dem alten Flußarm eingerahmt. 1000 Mitglieder hat der Verein, die vor allem Rasensportarten wie Fußball und Hockey betreiben. Doch oft liegen die riesigen Grünflächen verwaist da und das Stadion wird so gut wie nicht genutzt. Das Vereinsheim war renovierungsbedürftig, ein wunderschöner mit alten Platanen und Kastanien bestandener Vorplatz ungenutzt. In diesen Platz mit der damals noch unattraktiven Vereinsgaststätte hat sich Thomas Aurich, ein Betriebswirt mit langjähriger Erfahrung in unterschiedlichen Bereichen der Gastronomie, sofort verliebt. Das Vereinsheim trug sich zu dieser Zeit nicht mehr, da die Gäste nahezu ausschließlich Vereinsmitglieder waren. Nach langem Ringen mit der Stadtverwaltung erhielt er schließlich die Erlaubnis, unter den alten Bäumen einen Biergarten mit 1200 Sitzplätzen zu eröffnen und kleinere Zusatzgebäude im Stil des dann renovierten Vereinsheims zu errichten, die den Platz einrahmen. Da Thomas Aurich sich aber zu allem was er so auf die Beine stellt, seine eigenen Gedanken macht, ist dieser Biergarten ein bißchen anders. "Da ich selbst Kinder habe, wollte ich einen Platz schaffen, wo gerade Familien oder Alleinstehende mit Kindern erwünscht sind." So gibt es im Biergarten einen Spielplatz mit Bobby-Cars, Elektrobagger, Mülldelphin, einen Wickelraum und einen Mikrowellenherd zum Fläschchen wärmen. Das Kinderkonzept will Thomas Aurich auf jeden Fall weiterverfolgen. Und wie's so im Biergarten üblich ist, holt man sich Essen und Getränke selber, die Atmosphäre ist viel lockerer als im Lokal, und wenn man sich kennenlernen oder den Gesprächspartner wechseln will, setzt man sich einfach an einem ändern Tisch. Auch das Taxiboot ist bereits in Form eines schönen alten Neckardampfers, der jeden Samstag für wenig Gelder die Menschen zum Einkaufen in die Innenstadt bringt Realität geworden. Rings um die Sportanlagen und das Stadion gibt es zahlreiche Parkmöglichkeiten, so bietet sich dieser entspannende Weg über den Fluß an. Direkt am Biergarten entlang führt ein Radweg und für die Radler soll es bald ein Fahrradwaschanlage geben, wo man, bis das Fahrrad sauber ist, eine kleine Erfrischungspause einlegen kann. "Und eine Riesenrutsche vom Freibad über den Neckar direkt in den Biergarten wäre toll...." Thomas Aurich gerät ins Schwärmen. Dies kann er auch, ist doch "sein" Biergarten vom ersten Tag an ein voller Erfolg. Der Name „Food Court" für Heilbronns attraktive gastronomische Erlebnislandschaft ist ebenso außergewöhnlich wie sein Erfinder und Macher Thomas M. Aurich. Bei einer Studienreise durch Asien beeindruckte ihn am allermeisten das weltberühmte Hawker Food Center der Vorzeigemetropole Singapur. Am selben Abend war ihm klar, daß er dieses unterhaltsame und faszinierende Kulinar-Konzept umgehend in seiner schwäbischen Heimat in modifizierter Abwandlung realisieren werde. Der Absolvent eines Hotelbetriebswirtschaftsstudiums war bereits mit begeistert angenommenen Szene-Projekten äußerst erfolgreich und überzeugte mit dem ihm eigenen Elan und Drive auch seine zunächst unschlüssigen Gesprächs- und Verhandlungspartner von den Erfolgsaussichten seiner Vision. Aurich war sich im klaren, daß die Standortfrage die alles entscheidene Komponente seiner kühnen Planung sein würde. Weitab von jeglicher Wohngegend pachtete er schließlich vom VfR Heilbronn ein ideales Terrain nahe am Stadion und direkt am Neckar. Zusammen mit Partner Andreas Maier kann Aurich imposante Erfolgszahlen vorweisen. Im Schnitt besuchen monatlich über 50000 Besucher dieses Freizeit-Eldorado, an Spitzentagen sind es bis zu 4500, die im Biergarten der ganz und gar anderen Art auf 2500 Quadratmetern 1500 Plätze unter hohen Kastanienbäumen und Platanen finden. Es sind nicht nur die fünf verpachteten Gastronomie-Häuschen mit vor den Augen der Gäste zubereiteten internationalen Spezialitäten und das namensgebende Landhaus, die für einhellige Zustimmung sorgen. Vor allem die zusätzlichen und außergewöhnlichen Serviceleistungen sind Grund für die Beliebtheit dieses Pilotprojektes. Taxiruf für die Genießer regionaler Biere und Württemberger Weine ist ebenso kostenlos und selbstverständlich wie ein Mikrowellenherd zur Erwärmung der Babynahrung im eigens geschaffenen Wickelraum und Universalwindeln für den Fall aller Fälle. Wer kein Bargeld hat, kann sich bis zu 1000 Mark gebührenfrei auf seine Scheckkarte auszahlen lassen. Erfolgsgarant ist aber auch die großartige Kinder-Spiellandschaft, in der die Kleinen, stets im Blickfeld der entspannten Eltern, alles finden, was die Herzen höher schlagen läßt. Thomas M. Aurich, der auch noch die theaternahe Cocktail-Bar „Caipirinha" und das In-Cafe „Schümli" in der Fußgängerzone betreibt, hat längst erkannt, daß in den meisten Fällen Kinder entscheiden, wohin man zum Essen oder in den Urlaub geht. So gehört ein völlig neuer Typ von Kinderrestaurant ebenso zu seinen nächsten Plänen wie die Verbreitung seines kulinarischen Biergartens mit begehbarer Speisenkarte im Franchise-System. Stadt-Marketing ist für ihn ein weiteres Thema. Zusammen mit einer Aktionsgemeinschaft Heilbronner Kaufleute charterte man ein altes Flußboot, das auswärtige Besucher von Parkplätzen im Außenbezirk direkt in die Innenstadt „shuttelt". Daß es dabei eine vielbenutzte Anlegestelle direkt am Landhaus Food Court gibt, das ist sicher kein Zufall. 94 SAVOIR VIVRE 5/1 1997
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