Mit der eigenen Haut die Zeche bezahlen
Im Food Court können die Stammgäste jetzt ihre Getränke per Fingerabdruck abrechnen - Weltweit erstes System im Gastronomiegewerbe Hier können Sie einen kurzen Bericht von N-TV ansehen Bericht von Steffen Liebendörfer Als weltweit erster Betrieb hat der Heilbronner Food Court ein High-Tech-Bezahlsystem eingeführt: mit einem Fingerabdruck können von nun an alle Getränke bezahlt werden. Sollte sich das System in der Pilotphase bewähren könnte im nächsten Jahr das gesamte gastronomische Angebot bargeldlos in Anspruch genommen werden. Für die Besucher des Biergartens bringt die bargeldlose Abwicklung enorme Vorteile mit sich. Weder Scheine noch Münzen müssen beim Besuch mitgebracht werden. Selbst die sonst allgegenwärtigen Plastikkarten für den elektronischen Zahlungsverkehr gehören damit der Vergangenheit an, benötigt wird lediglich ein gut durchbluteter Finger. Der Sensor erkennt den Gast nicht nur anhand der 24 Identifikationspunkte auf dem Finger, sondern misst auch Temperatur und Oberflächenspannung der Haut. Ein Gewaltverbrecher könnte so nicht mit dem abgeschnittenen Finger seines Opfers bezahlen. Nicht nur gegen derartigen Mißbrauch ist das System gesichert. Die Computersysteme sind nicht mit dem Internet verbunden, so dass es für Hacker keine Zugriffsmöglichkeit gibt. "Selbst die Polizei könnte mit den Scannerdaten nichts anfangen", ist sich Markus Hagner, stellvertretender Food Court-Geschäftsführer sicher. Nicht der komplette Fingerabdruck sondern lediglich 24 charakteristische Punkte werden erfasst, was einen Abgleich mit den Behördendatenbanken unmöglich machen sollte. Für die registrierten Kunden verkürzen sich somit die Wartezeiten an der Kasse. Diese betragen bei einer normalen Abwicklung nach Angaben von Markus Hagner maximal vier Minuten. Durch das neue System muss an der Kasse kein Bon mehr geholt werden. Mittels Fingerabdruck wird direkt an der Getränkeausgabe bezahlt. Die eigentliche Bezahlung erfolgt auf dem Bankweg. Wer sein Pils oder Cola also per Abdruck zahlen will, muss sich registrieren lassen und eine Ein-zugsermächtigung erteilen. Dabei können sich die Besucher durchaus vor dem eigenen Durst schützen und ein Tageslimit festsetzen. Anhand eines Ausdrucks kann sofort nachvollzogen werden, ob das gekaufte Getränk auch auf den richtigen Namen gebucht wurde. Viele der Gäste sind mit den Inlinern unterwegs und können nun darauf verzichten, einen Geldbeutel mitzunehmen - der registrierte Finger ist schließlich angewachsen. Noch sechs Wochen läuft die diesjährige Biergartensaison. Sollte sich das High-Tech-sytem in der Praxis bewähren, könnte bereits ab der nächsten Saison im ganzen Food-Court auf Sensoren und Touchscreens umgestellt werden. Mit 1500 Sitzplätzen ist der Food Court in Heilbronn der größte Biergarten in der Region. Das System mit dem Namen „digiPROOF" wurde von der Firma it-werke entwickelt und wird nach deren Angaben weltweit erstmals in der Gastronomie eingesetzt. Die Fin-gerabdruck-Technik sieht Food Court-Inhaber Thomas Aurich ganz groß im Kommen, besonders bei Diskos oder im Hotelgewerbe. Auch für studentische Mensen und Betriebskantinen stellt der Fingerabdruck eine ernsthafte Alternative zu den weit verbreiteten Plastikkarten dar.... 
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