Nicht gesund, aber gesünder

Schüler als Testesser: Schmecken Pommes, die in Fett ohne Transfettsäuren frittiert sind, genauso lecker?
HEILBRONN Kalorienbombe hin oder her: Viele lieben Pommes. Doch Ernährungsberater warnen nicht nur wegen des hohen Fettgehalts vor übermäßigem Verzehr.
Ungesund Auch die Art des Fettes macht die Kartoffelstäbchen noch eine Spur ungesünder. Denn das Frittierfett enthält in aller Regel die als gesundheitsgefährdend eingestuften Transfettsäuren (siehe Hintergrund). Inzwischen sind auch Produkte auf dem Markt, die ohne die bei der industriellen Härtung entstehenden Säuren auskommen. Gibt es einen Geschmacksunterschied? Das sollten zehn Schüler des Albert-Schweitzer-Gymnasiums Neckarsulm bei einem Pommes- Test im Heilbronner Food Court herausfinden. Anita Donat ist an ihrem Ranger-Stand unlängst auf die gesündere Fettalternative umgestiegen. Food-Court-Betreiber Thomas Aurich wollte gemeinsam mit der AOK Heilbronn-Franken wissen, ob die neuen Pommes auch bei der Kundschaft ankommen.
Drei große Platten mit dicken, knusprigen Pommes warten auf die jugendlichen Testesser, die sich im kommenden Schuljahr im fächerübergreifenden Seminarkurs mit dem Thema Marketing und Ernährung beschäftigen. Gibt es nun tatsächlich einen Unterschied? Mit Appetit greifen die Schüler zu, schnuppern, schmecken – und rätseln: Eindeutig zumindest ist kaum auszumachen, auf welcher Platte die gesünderen Pommes liegen. Nur die beiden Patricks sind sich schnell einig. Ihnen schmecken die Pommes von Platte C direkt vor ihrer Nase am besten. Es sind die transfetthaltigen.
Besseres Fett Am Ende hat sich aber doch eine, wenn auch knappe, Mehrheit für Probe A und B als die schmackhafteren entschieden. Sie wurden im neuen Alternativfett frittiert, das ungefähr doppelt so teuer ist wie das billigste Produkt, berichtet Gastronomin Anita Donat. Über das Ergebnis ist sie erleichtert. Mit dem Verzicht auf Billigfett liege man zudem im Trend: „Der Food Court hält es in der Transfettfrage mit dem kalifornischen Gouverneur Arnold Schwarzenegger“, betont Thomas Aurich. In Kalifornien und anderen US-Bundesstaaten ist Transfett bereits verboten. Für AOK-Ernährungsberaterin Heidi Kammerer ist klar: „Pommes sind nicht wirklich gesund, aber wenn schon, dann sollten es transfettfreie sein.“ Und noch ein Rat: Zu den fetthaltigen Kartoffelstäbchen nicht auch noch Bratwurst oder paniertes Schnitzel essen, sondern lieber Salat und Gemüse. Pommes vermiesen will auch die Krankenkasse niemandem: In Maßen und entsprechend ergänzt „haben auch Pommes und Burger Platz in einer ausgewogenen Ernährung“, so Kammerer.
Quelle: Stimme Heilbronn

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